Wattwil: Die kleine Kantate “Dank für Golgatha” stand im Zentrum des gut besuchten Konzerts. Daneben kamen die Besucher und Besucherinnen in den Genuss von Alphornklängen und frohen Liedern.

Lorenz Schwarz, seit Jahrzehnten bekennender Christ, nach wiederholten Lebenstief und Selbstmordversuchen, vermittelte die Osterbotschaft auf volkstümliche Weise. Mit seiner christlichen Volksmusik hatte er alleine oder in wechselnder Zusammensetzung mit Musiker/-innen und Sänger/-innen schon Auftritte in Radio und Fernsehen sowie im europäischem Ausland. Nicht die Perfektion der Musik ist es, was Schwarz in erster Linie vermitteln will, sondern die Botschaft selbst. So meint er am Sonntagabend: “Jeder Fehler kommt von Herzen, genau wie jeder andere Ton auch.” Dass sich in der Folge Fehler einschlichen, schien denn das Publikum nicht zu stören. Der Applaus war anhaltend und herzlich.
Vom Tod zur Auferstehung
Tiefe Töne, Bedrückung, schwere Lasten: Die “kleine Kantate” begann mit dem Leidensweg Christi am Karfreitag. Die Gewalt machte schaudern. Eindrückliche Bilder dazu wurden an die Wand projiziert. Der Erzähler im Hintergrund trug mit tiefer Bassstimme das Seine bei. Die musikalische Geschichte zeigte den Leidensweg auf der Via Dolorosa, die Kreuzigung, den Tod, das Begräbnis Jesus. Trauer, Anklage und Wut dominierten musikalisch und erzählerisch.
Es folgte am Ostersonntag das Wunder der Auferstehung mit “Aus dem Grabe auferstanden”. Stimmstark und dabei gleichzeitig leicht und fröhlich verkündete der etwa 30-köpfige Chor Shalom unter der Leitung von Ernst Bänninger mit Piano-Begleitung die Botschaft. Der Text stammt von Johannes Jourdan, die Musik von Klaus Heinzmann.
Jodelnde Botschaft
Eingestimmt wurden die Besucher in der sehr gut besetzten evangelischen Kirche von Lorenz Schwarz mit Alphornklängen. Auch im letzten Teil überwogen Volksmusikklänge. Die Texte zu den Stücken hatten allesamt einen religiösen Hintergrund. Die Melodien hingegen erinnerten teilweise an die Klostertaler & Co., stammen aber weit gehend “aus dem Herzen” von Lorenz Schwarz. “Ich kann absolut nicht Noten lesen, ausser Euro- und Dollarnoten”, witzelte Schwarz. Im Chorleiter Ernst Bänninger habe er glücklicherweise eine Person gefunden, welche die Noten seiner Kompositionen kompetent aufs Blatt bringe.
Lorenz Schwarz hat sich ganz der musikalischen Verkündigung des Evangeliums verschrieben. Dabei spielt er gleichzeitig Gitarre und bläst Alphorn. Er singt und jodelt und ist dabei mit seiner kräftigen Stimme ganz in seinem Element. Zwei Stücke wurden gar “en famille” vorgetragen, Lorenz Schwarz zusammen mit seiner Gattin und der jüngsten Tochter.
Den anhaltenden Applaus verdankten Chor und Musiker mit dem bekannten “Amazing Grace”, gesungen auf Deutsch. (Renata Riehm)

“Der Toggenburger” – 29. März 2005 - Lorenz Schwarz (mit rotem Gilet) und Chorleiter Ernst Bänninger begleiteten auf den Alphörnern den Chor Shalom – Foto: rmr